Eigenverbrauchsquote bei Gewerbe-Anlagen: hoch, denn bei Betrieben mit Tagesverbrauch fließt der Strom direkt in die Produktion. Die tatsächliche Quote steht und fällt mit dem Lastprofil. Wer samstags und sonntags nicht produziert, liegt deutlich niedriger. Wir prüfen Ihren Lastgang, bevor wir dimensionieren.
Strom für Halle, Hof und Bilanz.
Gewerbliche Photovoltaik rechnet sich härter als private. Der Verbrauch fällt tagsüber an, also fließt der Sonnenstrom direkt in den Betrieb statt für 7,78 ct ins Netz. Dazu kommen Steuer-Hebel, die nur Unternehmen nutzen können. Wir planen Anlagen ab 30 kWp, melden an und übernehmen die komplette Inbetriebnahme.
Tagverbrauch trifft Tagerzeugung.
Der Knackpunkt jeder Solar-Wirtschaftlichkeit ist die Eigenverbrauchsquote, also der Anteil des erzeugten Stroms, der direkt im Haus oder Betrieb landet, statt für 7,78 ct ins Netz zu gehen. Bei Betrieben mit Tagesverbrauch liegt sie deutlich höher als in Privathaushalten. Die tatsächliche Quote steht und fällt mit dem Lastprofil. Wer samstags und sonntags nicht produziert, liegt deutlich niedriger. Wir prüfen Ihren Lastgang, bevor wir dimensionieren.
Amortisationszeit bei gewerblichen Anlagen: durchschnittlich unter 7 Jahren, weil Eigenverbrauch und Steuer-Hebel zusammenwirken.
Spezifische Anlagenkosten ab 100 kWp Anlagengröße. Skaliert besser als Privat (1.300–1.700 €/kWp), weil Modul-Pakete und Montage effizienter sind.
Vier Hebel, die nur Unternehmen ziehen können.
Vorsteuer, IAB, Sonder-AfA und lineare AfA arbeiten zusammen. Bei richtiger Nutzung sinkt die effektive Investition spürbar gegenüber dem Brutto-Preis.
Vollständiger Vorsteuerabzug
§ 15 UStG19 % der Brutto-Investition werden vom Finanzamt erstattet, und zwar sofort über die nächste Umsatzsteuer-Voranmeldung, nicht über Jahre verteilt.
Voraussetzung: Regelbesteuerung, kein Kleinunternehmer.
Investitionsabzugsbetrag (IAB)
§ 7g EStGBis zu 50 % der geplanten Investition lassen sich VORAB als Betriebsausgabe absetzen, bevor die Anlage gekauft ist. Senkt den Gewinn im Vorjahr und damit die Steuerlast.
Geplante Investition in den nächsten 3 Wirtschaftsjahren, Gewinngrenze 200.000 €/Jahr.
Sonderabschreibung
§ 7g Abs. 5 EStG20 % der Anschaffungskosten zusätzlich zur linearen AfA absetzbar, wahlweise im ersten Jahr oder verteilt auf 5 Jahre. Kombinierbar mit dem IAB.
Anlage muss zu mind. 90 % betrieblich genutzt werden.
Lineare AfA über 20 Jahre
§ 7 EStGStandard-Abschreibung mit 5 % pro Jahr über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 20 Jahren. Läuft parallel zu IAB und Sonder-AfA.
Hinweis: Diese Übersicht ist keine Steuerberatung. Welche Hebel sich für Ihren Betrieb lohnen, hängt von Rechtsform, Gewinnsituation und Investitionsplanung ab. Bitte mit Ihrem Steuerberater abstimmen.
Vom Stalldach bis zum Logistik-Zentrum.
Vier typische Konstellationen, jeweils mit eigenem Tagprofil und eigener Wirtschaftlichkeits-Logik.
Fuhrpark / E-Fahrzeuge
Firmenwagen und Transporter stehen tagsüber auf dem Hof, genau dann, wenn die Anlage am meisten liefert. Statt an der öffentlichen Säule laden Sie mit eigenem Strom und senken die Kfz-Betriebskosten mit.
Beispiele · Handwerksbetrieb, Pflegedienst, Lieferfuhrpark
Landwirtschaft / Hofdach
Direktnutzung im Tagbetrieb: Melkanlage, Kühlhaus, Futtermischer, Pumpen. Häufig hohe Eigenverbrauchsquote auch ohne Speicher.
Beispiele · Stallgebäude, Maschinenhalle, Scheunendach
Werkstatt / Produktion
Werkzeugmaschinen, Druckluft, Hallenbeleuchtung: Das typische 8-Stunden-Tagprofil deckt sich gut mit der Solar-Kurve.
Beispiele · Tischlerei, Schlosserei, Kfz-Werkstatt
Lager / Logistik
Häufig große Dachflächen, aber niedriger eigener Tagverbrauch. Ab 100 kWp ist Direktvermarktung Pflicht, sonst bleibt die Dachverpachtung als Alternative.
Beispiele · Lagerhalle, Logistikzentrum, Außenlager
Büro / Verwaltung
Klimaanlagen und IT-Infrastruktur erzeugen einen stabilen Grundverbrauch. Gute Kombination mit Speicher für Lastspitzen.
Beispiele · Verwaltungsgebäude, Praxis, Büro mit Server-Raum
Konkret gerechnet: 50 kWp auf einer Halle.
Beispiel: 50 kWp auf einer Werkstatt-Halle in MV
- Anlagengröße
- 50 kWp
- Brutto-Investition
- ca. 65.000 €
- Vorsteuer-Erstattung
- ca. −10.378 €
- Netto-Investition
- ca. 54.622 €
- Jahresertrag
- ca. 47.500 kWh
- Stromverbrauch Betrieb
- 60.000 kWh
- Davon selbst genutzt
- ca. 39.900 kWh
- Strompreis Gewerbe (netto)
- 24 ct/kWh
- EEG-Einspeisevergütung
- ca. 7,78 ct/kWh
39.900 kWh × 24 ct
7.600 kWh × 7,78 ct
Ersparnis plus Einspeisung, vor Steuern
Netto-Investition geteilt durch Jahres-Cashflow, ohne Steuer-Hebel
Konservativ gerechnet: 24 ct/kWh Strompreis ohne Steigerung, keine Wartungsrücklage. Investitionsabzugsbetrag und Sonder-AfA verkürzen die Amortisation zusätzlich, abhängig von Ihrem Steuersatz. Die verbindliche Wirtschaftlichkeitsbetrachtung machen wir im Vor-Ort-Termin gemeinsam mit Ihrem Steuerberater.
Schieber drehen, Amortisation sehen.
Drei Eingaben, nämlich Anlagengröße, Verbrauch und Tagverbrauchs-Anteil, plus Steuer-Toggle. Die Schätzung zeigt, in welcher Größenordnung sich Ihr Projekt bewegt.
Was Ihre Hallenanlage in MV bringen würde.
Modell wählen, dann Schieber bewegen. Eigenverbrauch + Überschuss rechnet sich härter als Volleinspeisung, weil Eigenstrom mehr wert ist als Netz-Einspeisung.
Strom geht zuerst in den Betrieb (24 ct/kWh netto), Rest wird mit 7,78 ct/kWh eingespeist.
ca. 250 m² Dachfläche · ca. 65.000 € brutto
Anlagen ab 100 kWp sind direktvermarktungs-pflichtig. Der Strom wird an der Börse verkauft, nicht fix vergütet. Marktwert + Marktprämie − Vermarktungskosten. Der Calculator bildet das bewusst nicht ab, bitte Beratungstermin vereinbaren.
Mittelständisches Gewerbe
Werkstatt / Büro mit Tagbetrieb
39.900 kWh selbst genutzt
Netto 54.622 € − Steuer-Hebel
Stromersparnis + Einspeisung
Schätzung: 950 kWh/kWp Ertrag MV, Strompreis 24 ct/kWh netto, EEG-Vergütung 7,78 ct (Überschuss ≤ 10 kWp), Investitionskosten skaliert mit Anlagengröße. Steuer-Hebel als Faustregel ~20 % der Netto-Investition. Der reale Effekt hängt vom Grenzsteuersatz und Bilanz-Profil ab. Verbindlich nur mit Ihrem Steuerberater.
Was ab dieser Größe zusätzlich relevant wird.
Direktvermarktung ab 100 kWp
Anlagen über 100 kWp müssen seit EEG 2023 direkt vermarktet werden. Der Strom wird nicht mehr fix vergütet, sondern an der Strombörse verkauft. Der Direktvermarkter übernimmt das, Sie bekommen den Marktwert minus Vermarktungskosten. Wir vermitteln den passenden Vermarkter.
Lastspitzenkappung
Industriebetriebe mit hohem Lastspitzen-Anteil zahlen oft mehr für die Spitze als für den Verbrauch. Eine PV-Anlage mit Speicher senkt diese Spitzen, und der Spareffekt geht oft über die reine Stromkostenersparnis hinaus.
Dachverpachtung als Alternative
Wenn die eigene Investition gerade nicht passt: Dachfläche an einen Anlagenbetreiber verpachten. Sie bekommen eine Pacht pro kWp und Jahr, der Pächter übernimmt Bau und Betrieb. Wir prüfen, ob das für Ihre Halle wirtschaftlich Sinn ergibt.
Gewerbe-PV: die häufigsten Fragen.
Was Hallenbesitzer, Landwirte und Mittelstands-Geschäftsführer uns am häufigsten fragen.
Welche Förderung gibt es für gewerbliche Photovoltaik?
Die wichtigsten Hebel sind kein direkter Zuschuss, sondern Steuer- und Liquiditäts-Vorteile: Vorsteuerabzug (19 %), Investitionsabzugsbetrag und Sonder-AfA nach §7g EStG (bis zu 50 % Sofort-Abschreibung im ersten Jahr) sowie KfW 270 als Förderkredit. Direkte Investitionszuschüsse für gewerbliche PV gibt es bundesweit kaum noch.
Was kostet eine PV-Anlage für eine Halle?
Hallen-PV liegt 2026 bei rund 800 bis 1.100 Euro pro kWp brutto, je nach Dachstatik und Wechselrichter-Konzept. Eine 100-kWp-Anlage kostet damit zwischen 80.000 und 110.000 Euro. WBR liefert Festpreise nach Vor-Ort-Termin, denn bei Trapezblech, Sandwich-Dach und Klemmverbindungen unterscheiden sich die Befestigungs-Aufwände erheblich.
Wie lange amortisiert sich eine gewerbliche PV-Anlage?
Durchschnittlich unter 7 Jahren. Voraussetzung ist ein solider Eigenverbrauch. IAB und Sonder-AfA verkürzen die Zeit zusätzlich. Bei reiner Volleinspeisung dauert es deutlich länger. Direktvermarktung ab 100 kWp ändert die Rechnung, weil Vermarktungskosten und Spotmarkt-Schwankungen reinkommen.
Was bedeutet Direktvermarktung ab 100 kWp?
Anlagen über 100 kWp müssen seit EEG 2023 direkt vermarktet werden: Der Strom wird nicht mehr fix nach EEG vergütet, sondern an der Strombörse verkauft. Ein Direktvermarkter übernimmt das. Sie bekommen den Marktwert plus Marktprämie, abzüglich der Vermarktungskosten von rund 0,2 bis 0,5 Cent pro kWh.
Was ist der Investitionsabzugsbetrag (IAB) bei PV?
Vor Anschaffung: bis zu 50 % der geplanten Investition als gewinnmindernde Betriebsausgabe im aktuellen Wirtschaftsjahr ansetzen. Das verlagert die Steuerlast und schafft Liquidität. Nach Anschaffung: 50 % Sonderabschreibung über 5 Jahre flexibel verteilt, kombinierbar mit der linearen AfA über 20 Jahre.
Brauche ich eine Baugenehmigung für gewerbliche PV in MV?
Aufdach-PV bis 1 MWp ist in Mecklenburg-Vorpommern nach §61 LBauO genehmigungsfrei. Anschluss läuft über den zuständigen Netzbetreiber (E.DIS, WEMAG, edis Netz). Freiflächen-Anlagen über 1 MWp brauchen Bebauungsplan und Ausschreibung. Das ist eine andere Welt.
Lohnt sich gewerbliche PV ohne Eigenverbrauch?
Knapp. Reine Volleinspeisung wird ab 10 kWp mit rund 12,80 ct/kWh vergütet (Stand 2026). Das dauert deutlich länger als eine Anlage mit Eigenverbrauch. Sobald ein nennenswerter Teil des Stroms im Betrieb bleibt, wird die Rechnung klar besser. WBR empfiehlt: erst Lastgang prüfen, dann Anlagengröße passend zum Tagprofil dimensionieren.
Aufdach-PV oder Freifläche: Was ist sinnvoll?
Für KMU fast immer Aufdach: einfachere Genehmigung, höhere Vergütung, kein Bebauungsplan nötig. Freiflächen-Anlagen lohnen sich erst ab größeren Investments und sind regulatorisch deutlich anspruchsvoller. Ab 1 MWp ist die Ausschreibung Pflicht.
Kann ich PV-Strom an Mitarbeiter oder Mieter verkaufen?
Ja, über Mieterstrom-Modelle oder Direktlieferung. Seit 2022 entfällt die EEG-Umlage, aber Stromsteuer und Messkonzept bleiben und sind regulatorisch komplex. Lohnt sich erst ab größeren Anlagen mit klar abgrenzbarem Anwendungsfall (Wohnblock, Gewerbepark).
Was ist Peak-Shaving und wann brauche ich das?
Peak-Shaving heißt: Lastspitzen im Betrieb durch einen Speicher kappen, um die Netzentgelte (Leistungspreis) zu senken. Relevant ab rund 100.000 kWh Jahresverbrauch mit RLM-Zähler. In manchen Fällen rechnet sich der Speicher allein über die Spitzenlast-Reduktion, noch vor dem PV-Eigenverbrauch.
Welche Förderung passt zu Ihrer Anlage?
9 Bundes- und Landes-Programme für Privat- und Gewerbe-Anlagen in Mecklenburg-Vorpommern, mit Voraussetzungen, Fristen und Quellen. Als PDF, Stand 2026.
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